Neubau und Eröffnungsfeier Bergbahn Oberlech

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Fabienne Kienreich

Fabienne Kienreich

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In Lech und Oberlech gibt es einen Grund zum Feiern: der Neubau der Kabinenbahn zwischen dem Ortszentrum und der Parzelle Oberlech wurde fertiggestellt. Mit der Bergbahn Oberlech wird im Winterbetrieb der gesamte Personen- und Gepäcktransport für und von Oberlech abgewickelt.

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Der Neubau wirkt sich auch positiv auf die Rodelbahn aus – Anstehzeiten gehören der Vergangenheit an. Vor allem Familien nützen die spektakuläre Streckenführung von Oberlech nach Lech und das unvergessliche Abenteuer der 1,2 km langen und abends beleuchteten Rodelbahn. Im Sommer werden hauptsächlich Wanderer und Mountainbiker transportiert, wobei letztere die bahneigenen Bikestrecke, den „Burgwald Trail“, in Anspruch nehmen.

In rekordverdächtigen 7,5 Monaten Bauzeit wurde die Bergbahn Oberlech durch eine gänzlich neue zweispurige Pendelbahn mit einem Fassungsvermögen von 2 x 80 Personen pro Kabine ersetzt (früher: 32 Personen). Die Förderleistung der Bahn konnte dadurch mehr als verdoppelt werden (1.235 Personen/h). Die Seilbahn mit einer komplett neu errichteten Tal- und Bergstation, 2 neuen Stützen und speziell angefertigten Seilen, folgt der bisherigen Trasse und schließt wieder an das bestehende Tunnelsystem an, welches die dortigen Hotels unterirdisch verbindet und Oberlech im Winter autofrei hält.

Die neue Talstation ist so ausgelegt, dass nach Fertigstellung der Tiefgarage auf dem derzeitigen Postareal der Gepäckumschlag von und in die Gäste-PKWs unterirdisch erfolgen kann. Damit sollte sich in Zukunft die Verkehrssituation im Ortszentrum entspannen und Wartezeiten der Vergangenheit angehören.

Besondere technische Merkmale der Bergbahn Oberlech:

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Verankerung Talstation

Für die Verankerung der Talstation zur Baugrubensicherung, Wasserhaltung und Befestigung der Station wurden insgesamt 388 Anker mit einer Gesamtlänge von 2,6 km Länge verbohrt.

Maßnahmen zur Geräuschreduktion

Die Tal- und Bergstation befindet sich in dicht bebautem Gebiet, weshalb beim Bau der Anlage besonders hoher Wert auf geräuschreduzierende Maßnahmen gelegt wurde:

  • Positionierung des Antriebes im Untergeschoss und bauphysikalisch vom Gebäude entkoppelt
  • kompaktiertes Zugseil für einen möglichst ruhigen Lauf des Seils
  • Bordscheiben der Zugseilrollen mit Polyurethanbeschichtung
  • schwingungsabsorbierende Lagerung der Zugseilrollen

Vereisungsschutz Kabinenboden

Im Kabinenboden sind Wärmeelemente verbaut, welche die Temperatur des Kabinenbodens über dem Gefrierpunkt halten, sodass eine Eisbildung verhindert werden kann. Die Temperierung der Elemente erfolgt über Ladeschienen in den Stationen - ausschließlich während des Stationsaufenthalts.

Nutzung von Abwärme

Die Abwärme des Antriebs wird für die Beheizung der Talstation genutzt.

Schrägstellung der Ablenkscheibe

Die für den Antrieb zuständige Zugseilablenkscheibe wurde schräg gestellt, damit eine höhere Reibung auf die Antriebsscheibe wirken kann. Somit konnte eine kleinere und daher platzsparendere Ablenkscheibe eingebaut werden.

Neuartige Zugseilklemme

Aufgrund einer neu entwickelten Zugseilklemme sowie durch den Nachweis deren Wirksamkeit im effektiven (Labor-)Versuch, konnte eine Verlängerung des Versetzintervalls auf 1x jährlich erreicht werden, obwohl die derzeitige Vorschrift für tragseillose Pendelbahnen ein Versetzen alle 200 Stunden vorsehen würde. Lech steht eben für technische Erneuerungen!

Factbox Bergbahn Oberlech

Bergbahn Oberlech 2_2016_c_georg schnell

Talstation: 1434 m

Bergstation: 1649 m

Höhenunterschied: 215 m

Bahnlänge: 845m

Förderleistung: 1.215 Personen/ Stunde/ Richtung

80 Personen je Kabine

Betrieb im Winter: von 7:00 morgens bis 01:00 Uhr nachts durchgehend

Kabinenhersteller: CARVATECH

Seile: FATZER

Seilbahn-Steuerung: FREY Austria

Investition: ca. € 15 Mio.

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