Durch Ergebnisse aus Gästebefragungen, Reklamationen und negativen Pressebeurteilungen wurde die Notwendigkeit eines qualitativ hochwertigen Ortsbuskonzepts erkannt. Einige Ortsteile wurden durch ein Hotelbus-System bedient. Durch die gute Inanspruchnahme war man zuversichtlich, mit einem flächendeckenden System erfolgreich zu sein. Parallel dazu wurde ein Verkehrskonzept für die Gemeinde Lech erstellt mit dem Ergebnis, dass nur ein optimal funktionierender öffentlicher Verkehr die Basis jeder Verkehrslösung sein kann. Dies war ein erster bedeutender Schritt zu einer Gesamtlösung.
Die Mobilität der Gäste, Einheimischen und Mitarbeiter soll ohne eigenes Fahrzeug komfortabel und effizient gewährleistet sein.
Der Ortsbus Lech mit seinen Bussen und Haltestellen ist aus dem Erscheinungbild von Lech nicht mehr wegzudenken. Die Fahrpläne werden kundenfreundlich gestaltet und die modernen und praktischen Niederflurbusse mit drei Türen gewährleisten einen raschen Fahrgastwechsel. Mit diesem innovativen Bussystem hat Lech den Rückstand im öffentlichen Verkehr nicht nur aufgeholt, sondern es wurden mit diesem Qualitätssprung neue Maßstäbe gesetzt.
Die Kosten für den Ortsbus Lech belaufen sich im Jahr auf rund 1,9 Mio. Euro. Finanziert wird dies durch:
Der Nettoabgang beträgt für die Gemeinde Lech jährlich rund 600.000 Euro. Allen Beteiligten in Lech war bewusst, wie wichtig dieses Projekt für die Gemeinde ist. Einstimmige Gemeindevertretungsbeschlüsse in Sachen Ortsbus spiegeln die Wichtigkeit dieser Einrichtung in Lech wieder.
Die erste Wintersaison wurd am 29.11.1997 mit 7 Bussen und 2 Linien gestartet. Unmittelbar nach der Einführung war der Ruf nach einer Einbindung der Parzellen, die nicht am Ortsbus angschlossen waren, so stark, dass bereits an Weihnachten auf drei Sonderlinien ausgeweitet wurde. Das Angebot wurde von den Gästen sofort bestens aufgenommen. An Spitzentagen wurden rund 15.000 Beförderungen bewältigt. Aufgrund des stetig zunehmenden Fahrgastaufkommens mussten bereits im ersten Winter zusätzliche Busse angemietet werden, um den Fahrkomfort aufrecht erhalten und den Fahrplan einhalten zu können. Es wurden laufend Linienerweiterungen und zeitliche Anpassungen vorgenommen. Der Fuhrpark wurde erweitert und größere Fahrzeuge wurden angeschafft. Inzwischen verkehren die Busse zu den Spitzenzeiten im 10-Minuten-Takt.
"James" war seit Jahren ein klassisches Anrufsammeltaxi. Mit Einführung des Ortsbusses wurde dieses mit sehr großem Erfolg auf ein Liniensystem umgestellt. Von 19:30 Uhr bis 04:00 Uhr früh werden im Halbstundentakt die größeren Ortsteile befahren. An Wochenenden werden rund 1.000 Personen befördert. Über 500 Einheimische und MitarbeiterInnen sind im Besitz eines Winter Tickets. "James", das somit wesentlich zur sicheren Fahrt für die Nachtschwärmer beigetragen hat und für eine Lärmreduzierung vor den Lokalen und im Ort sorgt.
| Jahr | Midibusse | 12m Busse | Linien | Kilometer | Beförderungen |
| 1997/98 |
7 |
2 |
210.000 |
850.000 | |
| 1998/99 |
8 |
4 |
240.000 |
995.000 | |
| 1999/00 |
8 |
1 |
6 |
275.000 |
1.050.000 |
| 2000/01 |
8 |
1 |
6 |
285.000 |
1.055.000 |
| 2001/02 |
8 |
1 |
6 |
292.000 |
1.065.000 |
| 2002/03 |
8 |
2 |
6 |
295.000 |
1.090.000 |
Vor Inbetriebnahme des Ortsbusses Lech führte ein Wanderbus von Lech aus über eine Mautstraße in das reizvolle Zugertal mit den
Ausflugszielen Spullersee und Formarinsee. Dieser wurde durch eine private Initiative eines ortsansässigen Busunternehmers mit Kleinbussen angeboten. Vor dem
Start des Ortsbusses Lech wurden mit diesem Wanderbus ca. 27.000 Beförderungen durchgeführt. Diese Zahl wurde mittlerweile um das Neunfache gesteigert.
Der Ortsbus Lech startete am 28. Juni 1997 mit 4 Bussen und übertraf sämtliche Erwartungen. Die daraus resultierenden Kapazitätsengpässe wurden mit der
Anschaffung von zwei zusätzlichen Fahrzeugen behoben. An schönen Sommertagen werden im Ortsverkehr und ins Zugertal über 1.500 Personen befördert. Aufgrund
dieser enormen Inanspruchnahme wird das Angebot laufend erweitert. Mittlerweile werden auch in der Sommersaison sämtliche Fahrzeuge benötigt, da ein
durchgehender 20 min. Takt angeboten wird. Die bemerkenswerten Zuwachsraten bei den Nächtigungen sind auf die "Active Inclusive Card" zurückzuführen. Mit
dieser Karte ist die Benützung der Bahnen, der Ortsbusse sowie weiterer Einrichtungen kostenlos.
| Jahr | Busse | Linien | Kilometer | Beförderungen |
| 1997 |
4 |
2 |
75.000 |
166.000 |
| 1998 |
6 |
3 |
132.000 |
208.000 |
| 1999 |
7 |
4 |
150.000 |
221.000 |
| 2000 |
8 |
6 |
152.000 |
215.000 |
| 2001 |
9 |
6 |
152.000 |
214.000 |
| 2002 |
9 |
6 |
159.000 |
225.000 |
| 2003 |
10 |
6 |
162.000 |
238.000 |