Pflanzen können heilend, giftig, duftend, übel riechend, schön, auffallend, unscheinbar, fleischfressend, zart, robust, stachelig, anspruchsvoll, dominant, stark, wuchernd, schnell/langsam wachsend, erotisch oder auch symbolträchtig sein. Die Aufzählung von Eigenschaften macht bewusst, wie vielfältig Pflanzen sind. Der Mensch nützt sie in unterschiedlicher Art und Weise, etwa für sein sinnliches Erleben, für religiöse und kultische Rituale, als Arznei-, Gewürz- und/oder Nahrungsmittel.
Für die „UnArtigen Bäuerinnen und Lecherinnen“, die die Natur tagtäglich hautnah erleben, stellen Pflanzen ein naheliegendes Thema dar. Die künstlerischen Arbeiten fragen nach den Beziehungen zwischen Pflanzen und Menschen, nach Symbolik der Pflanzenwelt oder betrachten Pflanzen als Teil von Traditionen in einem anderen Blickwinkel.
2008 entstand die Idee das Projekt "unARTige Bäuerinnen" in Vorarlberg zu gründen. Unter der Leitung von Künstlerin Sabine Lingehöle-Rainer erarbeiten deren Mitglieder gemeinsam Kunstprojekte. Der Name „unARTige Bäuerinnen“ ist ganz klar programmatisch gemeint, dieses Projekt soll Klischees widersprechen und ein anderes Bild der Bäuerin zeigen.
Nach den Ausstellungen „Der Raub der Europa“ 2009 in Krumbach und „Viecherei“ 2010 in Hittisau realisierten die „unARTigen Bäuerinnen“ 2011 gemeinsam mit künstlerisch interessierten Lecherinnen die Ausstellung „BlüteZeit“ im Museum Huber-Hus in Lech.
Angela Amann, Karin Böhler, Angela Brenner, Aurelia Felder, Christa Fuchs, Martha Hämmerle, Barbara Jochum, Bettina König, Christl Kurzemann, Sibylle Metzler, Dagmar Nagel, Martha Niederacher, Cornelia Rhomberg, Angelika Stark, Doris Walch, Maria Walch, Rita Wohlgenannt und Doris Wolf
Im Herbst, wenn die Älpler mit ihrem Vieh wieder ins Tal ziehen, schmücken sie ihre Hüte mit roten Nelken und Rosmarin – die Majen. Wenn während der Alpzeit ein Mensch oder ein Tier verunglückt, dann ziehen die Hirten und ihre Herde ungeschmückt zu Tal oder binden eine schwarze Schleife an den Hirtenhut. In manchen Talschaften ist es auch der Brauch, dass der Meisterhirte für jedes verunglückte Tier eine rote Nelke an seinem Hut zu Tal trägt.
Christl Kurzemann, Braz

Der Meisterwurz wird in der Volksmedizin gerne für Räucherungen, Bäder, Tees, Salben oder Inhalationen verwendet. Selbst bei angezauberten Leiden soll der Wurzelstock, dessen Geruch unglaublich intensiv und stark aromatisch ist, helfen. Am Tannberg ist der Meisterwurz unter dem Namen Bergwürza bekannt, im Großen Walsertal nennt man ihn in der Mundart Ooschtrenza, Hoarschtrienza im Montafon und Moaschtrwuarz in Dornbirn.
Bettina König, Schwarzach
Der rot leuchtende Vogelbeerbaum, auch Eberesche genannt, prägt im Herbst die Landschaft auf dem Tannberg. Nur wenige wissen, dass die Vogelbeere auch Heilwirkung hat. Mit dem Sammeln der Beeren wartet man jedoch bis nach dem ersten Frost, denn dann verlieren die Beeren ihren bitteren Geschmack und werden leicht süßlich. Liebhaber hochprozentiger Genüsse erfreuen sich am Vogelbeerschnaps.
Barbara Jochum, Lech
26. Juni bis 27. September 2012
Dienstag, Donnerstag und Sonntag, jeweils von 15.00 bis 18.00 Uhr.
Führungen für Gruppen und Schulklassen auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Voranmeldung jederzeit möglich!