IM 7. HIMMEL: DAS WAR DAS LECH CLASSIC FESTIVAL 2018

Das Lech Classic Festival bewies auch in seiner siebenten Festivalsaison im etablierten Kultursommer am Arlberg:  Im abgeschiedenen alpinen Hochgebirge kommt man der Himmelsmacht Musik besonders nah.

Das Programm: Bekannte Orchesterwerke und seltene Fundstücke

Am Samstag ging mit dem Themenabend „Musikalische Kostbarkeiten“ das diesjährige Lech Classic Festival zu Ende. Die junge südtiroler Pianistin Elisa Wallnöfer spielte mit dem Klavierkonzert Nr. 27, dem letzten und einem der reifsten dieser Gattung von W. A. Mozart, das ebenso letzte Stück des Festivals und zeigte mit ihrer natürlichen Darbietung eine weitere Probe ihres vielversprechenden Talents. Zuvor begeisterten die Künstler des Festivalorchesters unter der Leitung des japanischen Dirigenten Tetsuro Ban mit F. A. Hoffmeisters “Konzert für Viola und Orchester D-Dur” und A. Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ das Publikum in der ausverkauften Neuen Lecher Kirche. Die markante und plastische Interpretation der „vier Jahreszeiten“ - so sorgte beispielsweise die Darbietung des „Winters“ und seiner klirrenden Kälte mit einer eigenen Strichführungstechnik fast schon für Abkühlung im heißen Aufführungssaal - wurde von den Streichern im Stehen dargeboten, was nach den vorangegangenen vier Abenden mit ihren für die Künstler sehr intensiven Programmen geradewegs befreiend und besonders sicher anmutete. Besonders an diesem Abend auch der deutsche Bratschist und Solist Konstantin Sellheim. Sellheim ist Mitglied bei den Münchner Philharmonikern und ebenso wie Wallnöfer ein purer Künstler, der ohne viel Schnickschnack auskommt.

An insgesamt fünf Konzertabenden wurden dem Publikum musikalische Meisterwerke von höchstem Rang geboten, die vom englischen Arrangeur Francis Griffin speziell für die kleine Bühne aufbereitet wurden. Dirigiert hat mit Generalmusikdirektor Tetsuro Ban ein Meister seines Faches, der es versteht, mit Feingefühl und viel Noblesse die künstlerischen Fäden in der Hand zu halten.

Den Auftakt der Konzertreihe machte am Dienstag der Abend „Russische Seele“ - u.a. mit Werken von A. Glasunow, M. Mussorgskij und P. I.  Tschaikowsky - der dem international renommierten estnischen Opernsänger Ain Anger gewidmet war. Anger, wie bereits im vergangenen Jahr Stargast beim Lech Classic Festival, spricht und singt in fünf Sprachen und überzeugte das Lecher Publikum mit seinem unvergleichlichen Bass, der als Solostimme förmlich einen ganzen Kosakenchor ersetzen könnte. Die russische Seele glaubwürdig verkörperte auch die junge russisch-österreichische Konzertpianistin Anastasia Huppmann, die für ihre Tschaikowsky-Darbietung viel Lob erhielt.

Am Mittwoch folgte mit dem “Slawischen Abend” das wohl emotionalste Gala-Konzert des diesjährigen Festivals; gespielt wurden u.a. Smetanas “Die Moldau” und Dvorjaks “Die verkaufte Braut”. Der junge Opernsänger Ilker Arcayürek, einer der Rising Stars der internationalen Opernszene, fesselte das Publikum mit seinem wunderbaren Tenor, der Dramatik und Witz gleichermaßen auszudrücken vermag. Gemeinsam mit der tschechischen Sopranistin Ivana Rusko und dem Tenor Ján Rusko überzeugte er vor allem in der gut inszenierten “Die verkaufte Braut” auch mit seinen schauspielerischen Fähigkeiten.

Am Donnerstagabend wurde das Publikum bei “Französischen Klängen” auf eine Reise nach Frankreich mitgenommen, mit einem runden Programm u.a. mit Werken von J. Massenet, J. Offenbach, G. Bizet und F. Chopin. Der Abend war vor allem dem fantastischen Tenor Ilker Arcayürek und seinem großen französischen Repertoire gewidmet. Hervorzuheben auch hier Wallnöfers leicht anmutendes Spiel am Klavier, das an ein “duftendes Lavendelparfum erinnerte”, wie sich Organisatorin Marlies Wagner enthusiasmiert zeigt.

Gespannt durfte das Publikum dann auch auf den Freitagabend sein. “Unvollendet in Vollendung – Fragmentwerke” zeigte Stücke von W. A. Mozart, F. Schubert und L. v. Beethoven. Diese selten gespielten Werke wirkten wie zufällige Fundstücke mit einer besonderen Geschichte, blieben wie Fragezeichen im Raum zurück und boten einiges an Skurilität. Den roten Faden durch diese Fragmente zeigte Organisator Franz Wagner mit seinen verbindenden Worten auf. Mit Schuberts “Unvollendeter Symphonie” wurde der spannende Abend zu einem großen Ganzen abgerundet. Der koreanische Violinist Edwin E.S. Kim sorgte mit seiner Darbietung von Beethovens “Konzertsatz für Violine und Orchester in C-Dur” an diesem Abend außerdem für eine österreichische Erstaufführung: Dieses extrem selten aufgeführte, schwierige Stück wurde von Kim eigens für das Lech Classic Festival einstudiert. Kim schaffte außerdem das Kunststück, jeden Abend ein auf das jeweilige Thema zugeschnittene Konzertstück zu liefern, was ebenfalls eine Seltenheit im üblichen Konzertbetrieb darstellt und sein außergewöhnliches Repertoire unter Beweis stellt.

Veranstalter ziehen positive Bilanz

Mit Mozarts Klavierkonzert Nr. 27 ist am Samstag also der letzte Ton des 7. Lech Classic Festival erklungen und die Bilanz fällt durchwegs positiv aus. Das gesetzte Ziel, die Menschen zur klassischen Musik hinzuführen, ist in diesem Jahr restlos gelungen. Nur allzu gerne ist das Festivalpublikum von hitzegeplagten tieferliegenden Regionen hinauf auf den Arlberg gefahren und hat sich bei ebenso heißen, aber dennoch weit angenehmeren Temperaturen dem musikalischen Genuss hingegeben. Alle fünf Abende waren ausverkauft, die hohe Qualität der Künstler – alles junge und engagierte Profimusiker aus europäischen Spitzenorchestern - und des Programms wurden vom Publikum dankbar angenommen. Sowohl die enorm intensiven, aber harmonischen Probenarbeiten als auch die Aufführungen wurden von den Künstlern mit großer Freude getragen, was das Publikum spürte und estimierte.

Das Lech Classic Festival wird den Arlberger Kultursommer auch in den nächsten Jahren musikalisch bereichern und den bisher eingeschlagenen, erfolgreichen Weg weitergehen. Die Vorbereitungen für die Jahre 2019 und 2020 - in dem sich Beethovens Geburtstag zum 250. Mal jährt - laufen bereits intensiv. Das Lech Classic Festival wird im nächsten Jahr vom 29.7. bis 3.8.2019 stattfinden.

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